Take Shelter – Ein Sturm zieht auf

Curtis LaForche hat es nicht einfach. Obwohl er in einer Sandgewinnungs-Firma als Teamleiter fungiert, reicht das Gehalt hinten und vorne nicht. Das liegt nicht an teuren Luxus-Spielereien, sondern den nicht gerade günstigen Ausgaben für Hannah. Seine Tochter ist seit ihrer Geburt an taub, Gelder für Krankenversicherung und Förderschule treiben die junge Familie permanent an ihre Grenzen. Ehefrau Samantha hält sich mit einem Teilzeitjob als Näherin über Wasser und ist darauf angewiesen, ihre eigenen Artikel Woche für Woche auf einem Flohmarkt anzupreisen. Trotz der anhaltenden Komplikationen machen die drei das beste aus ihrer Lage, halten zusammen und müssen die glückliche Familie – zumindest in diesem Aspekt – absolut nicht vorspielen.

Alles verändert sich mit Curtis’ Alpträumen und Visionen. Jene handeln von einem apokalyptischen Sturm, der nicht mehr lang auf sich warten lässt. Zunächst gelingt es ihm, seine Halluzinationen für sich zu behalten, doch schon bald werden die Erscheinungen zu einer wahren Obsession. Nicht nur seiner Familie gegenüber benimmt sich Curtis seltsam. Wie in Panik baut er einen Schutzbunker, gerät auf seiner Arbeit in eine prekäre Lage, als er ungefragt Firmeneigentum entwendet, und scheint kurz vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen. Die verstörenden Bilder der nahenden Katastrophe beeinflussen nicht ausschließlich ihn selbst, zunehmend wird das Miteinander von Freunden und Familie auf eine harte Probe gestellt.

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Endzeitfilme.com-Bewertung:

Meinung und Rezension zu ‘Take Shelter’

Keine Frage: „Take Shelter“ ist alles andere als ein Film, der sich mit einer hohen Geschwindigkeit durch die Gegend poltert und auf einen knalligen Effekt nach dem anderen setzt. Ganz im Gegenteil lässt Jeff Nichols sein Werk nahezu behäbig wirken und wirft über fast 120 Minuten hinweg die Frage in den Raum, ob Curtis tatsächlich den Verstand verloren hat oder eine reale Katastrophe vorhersieht. Dabei wird LaForche nicht als wüster Wirbelwind porträtiert. Er ist ein in sich gekehrter und ruhiger Mensch, der nur auf Grund seiner Schweigsamkeit einen letzten Rettungsanker zu haben scheint, während er für seine Mitmenschen immer seltsamere Züge annimmt.

„Take Shelter“ zieht sich vom scheinbaren Mystery Thriller hin zum Krankendrama über einen Mann, der mit seiner Umwelt und seinem Leben zunehmend aus der Spur zu laufen droht. Dabei wird geredet, geredet und weiter geredet, immer mit dem Stück Restzweifel an der seelischen Verfassung des von Visionen geplagten Familienoberhauptes. Die Erklärungsversuche scheinen den Film zum Teil unnatürlich zu strecken, arbeiten auch gut und gern einmal gegen die eigentliche Spannungskurve. Das ist so weit kein Problem, kann sich bei einem fast zwei Stunden langen Film allerdings eben doch ab und an zäh wie Kaugummi anfühlen.

Ein derart personenbezogener Film benötigt einen entsprechend guten Cast. Gerade Michael Shannon spielt sich um Kopf und Kragen und nimmt den Zuschauer auf eine bemerkenswerte Reise durch die menschliche Psyche. Kein Wunder, dass er bei „Man Of Steel“ sogar in die Rolle von General Zod schlüpfen durfte, wenngleich dessen Darstellung nicht entfernter von Curtis LaForche sein könnte. „Take Shelter“ ist ein wundervoll inszeniertes und persönliches Mystery-Drama, das eine halbe Stunde weniger Zeit jedoch definitiv hätte vertragen können. An schauspielerischer Klasse und einem exzellenten Soundtrack mangelt es nicht!

Mehr Infos zu ‘Take Shelter’

Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 125 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
Drehbuch: Jeff Nichols
Kamera: Adam Stone
Regisseur: Jeff Nichols
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Take Shelter
Film-Budget: etwa 5 Mio. USD.
Schauspieler: Michael Shannon (als Curtis LaForche), Jessica Chastain (als Samantha LaForche), Katy Mixon (als Nat)
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